In unserem Alltag sind Emotionen und Bauchentscheidungen durchaus sinnvoll – sie haben sich für unsere Vorfahren über Jahrtausende als Warnsignale und Antriebskräfte bewährt. Diese menschlichen Regungen beeinflussen laut dem Psychologen Gerd Gigerenzer unseren Entscheidungsprozesse heute auf eine ganz bestimmte Art und Weise: “Menschen treffen Entscheidungen, — und jetzt sage ich etwas Radikales, gerade für uns Ökonomen – meistens, ohne Nutzen und Wahrscheinlichkeiten zu berechnen.“ Helfen uns also Emotionen gar nicht weiter, wenn es um unsere Geldanlage geht?

 

Im Bezug auf Investments lassen sich manche Anleger von Emotionen wie Gier, Panik oder Nervosität leiten. Diese Gefühle verzerren ihre Wahrnehmung und bergen somit das Risiko, das Anlegerverhalten negativ zu beeinflussen. Immer wieder lässt sich beobachten, dass gerade kurzfristige Entscheidungen unter dem Einfluss von Emotionen getroffen werden. Wir beleuchten heute einmal näher, wie diese zustande kommen und ob es auch positive Auswirkungen des Emotionssystems geben kann.

 

Entscheidungen verankert im Emotionssystem

Die Emotionen werden im Gehirn verarbeitet, an diesem Prozess sind drei unterschiedliche Bereiche beteiligt:

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  • Das Balance-System: Dieser Hirnbereich strebt nach Sicherheit und Stabilität. Wenn er die Steuerung übernimmt, dann ist Ihre Risikobereitschaft gering.

 

  • Das Dominanz-System: Hier werden Gefühle wie Stolz, Verdrängung, Konkurrenz und Überlegenheit verarbeitet. All diese Emotionen sind entscheidend, wenn es um die Wahrung und das Erreichen eines bestimmten Status und unseres Durchsetzungsvermögens geht.

 

  • Das Stimulanz-System: Dieser Gehirnbereich ist für Entdeckungen und Neugierde zuständig. Auch das Streben nach Individualität ist hier verankert.

 

Diese drei Systeme sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und bestimmen seine Persönlichkeit mit. Der Aufteilung des Emotionssystems lassen sich auch bestimmten Verhaltensmuster bei Finanzentscheidungen zuordnen. Folgendes Anlegerverhalten lässt sich auf Gefühle zurückführen.

 

 

Herdentrieb

Einige Anleger suchen Bestätigung in der Meinung der Vielen. Sie wollen also ihre subjektiven Ansichten und Einschätzungen von anderen widergespiegelt bekommen. Das führt dazu, dass sie in manchen Situationen der Herde folgen, anstatt autonome Entscheidungen zu treffen.

 

Sarego_Anlegerverhalten_Geldanlage Im Spannungsfeld zwischen Verstand und Gefühl_Aktien

 

Sie kaufen dann z.B. Aktien zu hohen Kursen – aus Angst, ihre Chance zu verpassen. Auf der anderen Seite verkaufen sie dann womöglich bei niedrigen Kursen wieder, weil sie sich von der Panik vor hohen Verlusten anstecken lassen. In solch einem Fall wirken sich Balance- und Dominanz-System negativ auf mögliche rationale Entscheidungsprozesse aus.

Selbstüberschätzung

Diese Emotion ist eindeutig im Dominanz-System verankert. Wer seinem Bauchgefühl mehr vertraut als möglichen Fakten, der leidet gewöhnlich unter solch einer Selbstüberschätzung. Dies soll nicht bedeuten, dass eine gesunde Intuition nicht manchmal hilfreich sein kann, wenn es um Investment-Entscheidungen geht, aber diese sollte immer auf der eigenen Anlagestrategie und einer genauen Analyse der Situation beruhen. Sonst sind auch erfahrene Anleger gefährdet, ihr eigenes Ego über die Tatsachenlage zu stellen.

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Mentale Buchhaltung

Als “mentale Buchhaltung” bezeichnet man das Verdrängen von negativen Entwicklungen, welches ein verzögertes Handeln bewirkt. Das Anlegerverhalten wird hier durch das Festhalten an Vergangenem beeinflusst, ohne die aktuelle Situation wahrzunehmen. Das kann bedeuten, dass Verluste beispielsweise nicht rechtzeitig realisiert werden oder das eigentliche Handeln aus Angst zu spät einsetzt. Das Balance-System, das normalerweise auch in einem gesunden Maße für Sicherheit zuständig ist, kann also sozusagen auch “überreagieren”.

“Rückspiegel- Investitionen”

Auch “Rückspiegel-Investoren” haben mit der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen, in diesem Falle allerdings im gegensätzlichen Sinn: sie glauben daran, dass Geldanlagen oder Renditen, die in der Vergangenheit von (MIss-)Erfolg gekrönt waren, auch heute noch als Orientierung dienen sollten. Auch dieses Anlageverhalten führt dazu, dass aktuelle Entscheidungen verzögert werden und auf veralteten Informationen beruhen. Sie sollten sich bei Ihren Investitionen stets an der Zukunft und dem Stand der Dinge, aber niemals an der Vergangenheit orientieren. Ein gesundes Stimulanz-System hilft Ihnen dabei, neugierig zu bleiben.

 

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Crowdinvesting mit Verstand und Gefühl

Manche Anteile des Emotionssystems sind durchaus sinnvoll, um uns Warn- oder Locksignale zu senden. Allerdings sollten Sie Ihre Gefühle im Bezug auf Ihr Anlageverhalten im Zaum halten und lieber dem Verstand die Oberhand gewähren. Eine gut durchdachte Anlagestrategie, die Sie auch durch Krisen konstant verfolgen, ist dafür entscheidend. Angepasst an Ihre persönliche Risikopräferenz sollten Sie dabei auf eine Balance aus kurz- und langfristigen Anlagen achten. Auch vor unvorhersehbaren Entwicklungen sollten Sie sich nicht verunsichern lassen, sondern sich einen bestimmten Anteil Ihrer Investitionssumme für solche Situationen zurückbehalten. So können Sie flexibel  auf neue politische oder wirtschaftliche Situationen reagieren.

 

Im Crowdinvesting finden das Emotionssystem und der Verstand zusammen. Das Sicherheitsbedürfnis des Balance-Systems wird durch kurzfristige Laufzeiten und eine transparente Informationsmöglichkeiten befriedigt. Das Dominanz-System profitiert vom Zutun der Vielen, die am Gewinn einer Immobilie beteiligt sind. Und das Stimulanz-System lässt Sie immer neue Investment-Möglichkeiten entdecken, wie z.B. unser derzeitiges Projekt in der Herzgasse 63, in Wien.

 

Hören Sie auf Ihr Gefühl, aber untermauern Sie dieses mit den zahlreichen Informationen, die Ihnen zu jedem Crowdinvesting zur Verfügung stehen. Denn der wachsende Immobilienmarkt Wiens ruft eben nicht nur Euphorie im Anlegerverhalten hervor, sondern lässt sich auch mit Statistiken und Daten belegen (Informationen zum 10.Bezirk). Beste Grundbedingungen also, um Emotionssystem und Verstand zusammenzuführen.

 

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